Phytotherapie Grüner Salbei

Phytotherapie: Kraft der Pflanzen

07.01.2022 | Wissen

„Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen.“, beschreibt die Phytotherapie ziemlich gut. Für viele Erkrankungen gibt es eine phytotherapeutische Lösung, die Symptome lindern oder ihnen sogar vorbeugen kann.

Der Begriff Phytotherapie setzt sich aus den griechischen Worten „Phyton“, Pflanze, und „therapeia“, Behandlung, zusammen und ist eine der fünf Säulen in der klassischen Naturheilkunde. Sie beschreibt die Lehre von den für medizinische Zwecke verwendeten und verwendbaren Pflanzen. Man spricht von einer Heilung, Linderung oder auch Vorbeugung von Krankheiten und Beschwerden durch Arzneipflanzen. Die volksheilkundlichen Behandlungen stützen sich auf jahrhundertelange Überlieferungen und sind, anders als die Homöopathie, „Bestandteil der wissenschaftlich orientierten Medizin“. Es handelt sich hierbei um eine recht milde und sanfte Medizin, die aus Pflanzen und Kräutern gewonnen wird und zudem oft nur mit ärztlichem Artest verkauft wird. Weltweit werden über 20.000 verschiedene Pflanzenarten zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet.

Geschichte der Phytotherapie

Den Begriff „Phytotherapie“ prägte der Arzt Henri Leclerc im 20. Jahrhundert. Er beschrieb sie außerdem als „Wissenschaft von der Anwendung pflanzlicher Heilmittel bei kranken Menschen“. Die eigentliche Geschichte der Phytotherapie geht aber deutlich weiter zurück – sie ist eine der ältesten Therapieformen überhaupt. Das Wissen über die Heilkraft der Pflanzen gab es bereits in der Antike und erstreckte sich über alle Kontinente und Kulturen. Ab dem 1. Jahrhundert wurden Informationen über die Heilmittel gesammelt. Im späten Mittelalter wurden dann die ersten medizinischen Universitäten eröffnet, an denen das Wissen aus der Völker- und Klostermedizin über die Heilmittel  und -methoden gelehrt und von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Dass die Wirkstoffmenge das Maß aller Dinge ist, erkannte Paracelsus, der daraus schlussfolgerte: „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“.  Ab dem 19. Jahrhundert erlaubten die neuen wissenschaftlichen Methoden eine genauere Erforschung der Phytotherapie. So konnte man die genauen Mengen, Wirkstoffe und Inhaltsstoffe ermitteln und in Form von Salben, Tabletten und Tropfen anbieten. 

Warum Naturheilkunde?

Wer darf Phytotherapie anwenden? Phytotherapie wird von Ärzten durchgeführt, die eine entsprechende Zusatzausbildung zum Phytotherapeuten gemacht haben. Angewendet wird sie bei Patienten, die sich eine sanfte Behandlung wünschen. Bei akuten und chronischen Erkrankungen wird sie von Phytotherapeuten oft ergänzend zur schulmedizinischen Therapie angewendet. Vor allem wird sie aber bei der Vorbeugung von chronischen Krankheiten genutzt. Gebrauch findet sie auch bei Akne und Allergien und soll sogar Leiden von Angstzuständen lindern. 

Da die Zusammensetzung der Wirkstoffe stark schwankt, empfehlen viele Ärzte auf standardisierte Präparate zurückzugreifen, wodurch eine ausreichende Wirkung garantiert wird. Die häufigste Anwendung erfolgt über Teerezepturen, Kapseln und Tropfen.  

Phytotheraphie Apotheke

  • Sonnenhutkraut: Erkältung 

  • Arnika: Verstauchungen und Prellungen 

  • Mariendistel: Vergiftung und Leber

  • Ringelblumenblüten: Wundheilung 

  • Kümmel: Blähungen und Krämpfen

  • Mönchspfeffer: PMS und Wechseljahre

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Wie wirken Heilpflanzen?

Sogenannte Heilflanzen enthalten Vielstoffgemische, ihre Wirkung beruht nicht auf einer einzelnen Substanz, sondern auf dem Zusammenspiel vieler verschiedener Stoffe. Damit diese Inhaltsstoffe ihre volle Wirkung entfalten können, muss bei der Produktion ein besonders hohes Maß an Qualität erreicht werden. Dies gilt vor allem für den Anbau und Ursprung der Pflanzen, bis hin zur Verarbeitung. 


Wichtige Hinweise: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.